Transformation ist das Schlagwort unserer Zeit: ob digital, klimabezogen, politisch, sozial oder strukturell. Die Welt verändert sich rasant – und damit auch die Wirtschaft, in der wir arbeiten.
Für Menschen formiert sich eine völlig neue Arbeitswelt, Prozesse werden automatisiert und damit immer schneller, und für Unternehmen steigen die Anforderungen an Transparenz und Nachhaltigkeit ebenso wie an Sicherheit und Datenschutz. Für alle Organisationen, gleich welcher Größe, ist es herausfordernd, sich in diesem Umfeld des Wandels zu bewegen. Resilienz ist als Lösung immer häufiger zu hören.
Aber wie erreichen wir diese Widerstandsfähigkeit? Welche Schritte sind nötig, um Unternehmen und ihre Belegschaften durch die Transformation zu führen, und ihnen die Sicherheit zu geben, sich auch unter neuen Vorzeichen erfolgreich entwickeln zu können?
Aus unserer Sicht müssen wir hierfür alle an einem Strang ziehen. Sowohl die Unternehmen selbst, die Versicherer als Garanten für finanzielle Stabilität als auch wir Risikomanagement-Berater als Vermittler zwischen den beiden Welten sind gefragt:
Mehr Risikobewusstsein
Unternehmen sind gefordert, neue Wege in der Auseinandersetzung mit Risiken und ihrer Versicherungsstrategie zu gehen. Viel stärker als in der Vergangenheit ist es geboten, in Prävention zu investieren, verbleibende Risiken dort, wo sinnvoll, selbst zu tragen und immer wieder auch alternative Absicherungslösungen in Betracht zu ziehen. Risiko und Kapital müssen dabei optimal aufeinander abgestimmt sein. Dazu müssen Unternehmen ihr Versicherungsportfolio kontinuierlich optimieren und neue, wirtschaftlich effizientere Transferlösungen erschließen.
Zu viele betreiben jedoch immer noch Risikomanagement im Rückspiegel. Sie nutzen generische Produkte und Dienstleistungen, die nicht den Anforderungen ihrer jeweiligen Branche entsprechen, sowie vergangene Schadenerfahrungen, um potenzielle Gefahren abzusichern. Im sich schnell verändernden Wirtschaftsumfeld erfüllen diese Lösungen ihren Zweck aber nicht mehr wie früher und führen im Gegenteil zu Unsicherheit und Ineffizienz.
Der Schlüssel, um Unternehmensrisiken abzusichern, liegt nach wie vor in der Transparenz und Kenntnis derselben. Versicherungsnehmende Firmen müssen die für sie relevanten, branchenspezifischen Gefahren identifizieren, um sie adäquat absichern zu können. Der „One-size-fits-all“-Ansatz wird diesem Anspruch nicht mehr gerecht. Um der individuellen Bedrohungslage Rechnung zu tragen, braucht es datengestützte Risikoanalyse- und Bewertungsmethoden. Nur so erhalten Unternehmen auf ihre Situation zugeschnittene Einblicke in mögliche Gefährdungen – auch solche, die wir als Emerging Risks bezeichnen. Mit Analyse-Tools und mathematischen Programmen lässt sich vorhersagen, was im Worst-Case-Szenario passiert – und ermitteln, welcher Mix aus Risikotransfer, -eigentragung und -prävention für ein Unternehmen ideal ist.
Mehr Innovation
In diesem Prozess trägt die Versicherungswirtschaft eine besondere Verantwortung: Sie hat einerseits die Aufgabe, Transformation zu ermöglichen, indem sie Lösungen für die Absicherung neu entstehender Risiken erarbeitet. Als Risikoträger und bedeutende institutionelle Anleger entscheiden sie darüber, ob und in welchem Umfang (Unternehmens-) Risiken versichert und welche Unternehmen und Technologien finanziert werden.
Andererseits unterliegen auch die Versicherer selbst den Herausforderungen des Wandels: Auch sie sind gefordert, ihre Bestände angesichts neuer oder wachsender Risiken effektiv zu managen. Es gilt, fortschrittlicher in Sachen Digitalisierung zu werden und Daten effektiver im Underwriting-Prozess zu nutzen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, müssen Versicherer jetzt anfangen, Veränderungen in allen Bereichen ihrer Wertschöpfungskette herbeizuführen.
Eine Plattform
In dieser Situation kommt dem Industrieversicherungsmakler als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Versicherern eine entscheidende Funktion zu – aber auch diese verändert sich! Die Rolle des Brokers entwickelt sich vom einfachen Makler hin zum strategischen Risikofinanzierungsberater. Mehr denn je tritt er als spezialisierter Vermittler von risiko- und branchenspezifischen Lösungen und nicht von Produkten auf. Dazu benötigt er die Expertise verschiedener Industriesparten.








