Auch in diesem Jahr hat WTW wieder einen äußerst interessanten Survey über die von Unternehmen innerhalb der Eurozone getroffenen versicherungsmathematischen Annahmen nach IFRS und US-GAAP durchgeführt. Die Studie für das Jahr 2025 erfasst Daten für mehr als 4100 Leistungspläne (Defined Benefit) in der Eurozone. 67% der Pläne bilanzierten dabei nach IAS 19 und 33% der Pläne nach ASC 715.
Des Weiteren wird im Survey auch die Entwicklung der Kapitalmärkte im Jahr 2025 und der Inflationsraten in der Eurozone dargestellt. Zudem werden interessante Hintergrundinformationen und Anmerkungen zu den dargestellten Ergebnissen geliefert.
Deutlicher Anstieg des internationalen Rechnungszinses
Aus Unternehmenssicht besonders erfreulich war im Jahr 2025 die Entwicklung des internationalen Rechnungszinses, welcher nach der Seitwärtsbewegung des Vorjahres deutlich zulegen konnte. Lag dieser zum 31. Dezember 2024 in der Eurozone für die in die Studie einbezogenen Pläne im (DBO-gewichteten) Durchschnitt noch bei 3,42% pa, so war bis zum 31. Dezember 2025 ein deutlicher Anstieg auf 4,06% pa zu verzeichnen. Dies führte zu einem Rückgang der Brutto-Verpflichtung (DBO/PBO), je nach Duration der Verpflichtung, von 8% bis 20%.
Die kurzfristigen Zinssätze folgten auch im vergangenen Jahr dabei weitgehend der Entwicklung der Leitzinsen. Diese gaben somit im Laufe des Jahres 2025 nach. Der Anstieg des internationalen Rechnungszinses resultierte folglich aus höheren Renditen der länger laufenden Anleihen. Eine Ursache hierfür war zunächst die Reform der deutschen Schuldenbremse und der damit verbundenen Erwartung an einem größeren Angebot von Staatsanleihen sowie einem höheren Wirtschaftswachstum. Weitere Effekte waren ein erwarteter Nachfragerückgang dieser Bonds verbundenen mit einer geänderten Einschätzung der Bonität der betreffenden Emittenten. Durch die unterschiedliche Entwicklung der Renditen von kurz- und langlaufenden Anleihen verläuft die Zinsstrukturkurve nun wieder steiler, zeigt also einen „normalen“ (nicht mehr inversen) Verlauf.
in Kombination mit nahezu unveränderten Inflationserwartungen
Bereits im Jahr 2024 hatten sich in der gesamten Eurozone die Preissteigerungsraten wieder weitgehend normalisiert. Dieser Vorgang wurde nun im Jahr 2025 abgeschlossen. Die Annahme zur Inflation ging folglich von durchschnittlich 2,04% pa zum 31.12.2024 nur noch geringfügig auf 2,01% pa zum 31.12.2025 zurück.
Etwas stärker reduzierte sich die von den bilanzierenden Unternehmen gewählte Annahme zur künftigen Bezügedynamik. Diese sank von 2,84% pa im Jahr 2024 auf durchschnittlich 2,77% pa im Jahr 2025.
und ebenfalls weitgehend unveränderten Annahmen zum erwarteten Planertrag
Bekanntlich ist die Annahme zum erwarteten Planertrag seit der 2011 erfolgen Neufassung von IAS 19 nur noch für nach US-GAAP bilanzierende Unternehmen von Belang. Anders als Rechnungszins und Inflationsannahme ist dieser Parameter dabei aber nicht für die Ermittlung von DBO/PBO relevant, sondern lediglich für die Ermittlung der Pensionsplankosten des Folgejahres. Nachdem dieser Parameter während des Inflationspeaks der vergangenen Jahre deutlich gestiegen war, hatte er sich bereits im Jahr 2024 parallel zur gesunkenen Inflation deutlich auf 3,74% pa reduziert. In der Folge blieb er im Jahr 2025 mit 3,85% pa auch weitgehend unverändert.
Interessant ist bei diesem Parameter insbesondere, dass sich für den Fall einer Gewichtung mit dem Marktwert der zugehörigen Planvermögen sich aktuell ein durchschnittlicher Wert von 5,06% pa ergibt. Dies deutet darauf hin, dass größere Pläne offensichtlich eine aggressivere Anlagestrategie als kleinere Pläne verfolgen.




