Als Bindeglied zwischen Unternehmen und Kunden spielt dabei der Vertrieb eine besondere Rolle. Neue Geschäftsmodelle können nur erfolgreich sein, wenn die Sales-Profis aus der Transformationsagenda wirtschaftliche Erfolge machen. Unter dem Strich zählen Umsatz und Gewinn als Basis nachhaltigen profitablen Wachstums. Das war schon immer so. Doch jetzt haben sich die Vorzeichen geändert.
Denn Transformation ist kein Projekt, sondern eine Reise. Alles bleibt in Bewegung – die Ziele und die Art und Weise, wie sie erreicht werden. Dazu brauchen Unternehmen Sales-Profis mit neuen Skills. In einer Welt, die sich ständig verändert, entscheiden weniger die eingeübten Routinen und das klar beschreibbare Wissen und Können, sondern Offenheit, Beweglichkeit und die Fähigkeit, neue Wege zu gehen.
So kommt es etwa nicht mehr so sehr auf die einzelne Transaktion an, sondern mehr auf das Geschick, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und lebendig zu halten. Verkäufer müssen dabei mit ihren Kunden kreative Lösungen entwickeln und Neuland betreten können. Und dazu sollten sie in der digitalen Welt zuhause sein.
Für Unternehmen in einer Transformation geht es deshalb darum, für ihren Vertrieb die richtigen Leute mit den richtigen Skills zu gewinnen, ihr Engagement dauerhaft zu stärken und ihre Motivation auf die aktuellen Vertriebsziele zu lenken. Die monetäre Vergütung spielt dabei eine wichtige Rolle.
Die Vertriebsvergütung muss zur Transformationsagenda passen
Doch die Lage ist nicht einfach. Schauen wir uns dazu Beispiele aus unserer Beratungspraxis an. Sie sollen aus der Perspektive dreier Branchen kurz transparent machen, um welche Herausforderungen es gehen kann.
Beispiel Retail: Das Unternehmen setzt seit längerem auf einen Multi-Channel-Vertrieb aus eigenen Stores, in denen Kunden Verträge abschließen können, aus Franchise-Partnern mit Stores, Online-Kanälen und Call-Centern. Die Pandemie hat vor allem den Online-Verkauf gestärkt – zulasten der Mitarbeiter in den Stores, die auch danach vergütet werden, wie viele Verträge sie vor Ort unter Dach und Fach bringen. Die Kollegen in den Stores bleiben jedoch wichtig, auch als Berater und Markenbotschafter. Deshalb ist mit Blick auf die ganze Customer Journey ein kanalübergreifendes Vergütungssystem gefragt, das danach differenziert, wer wo und wie die Kaufentscheidungen beeinflusst.
Beispiel Logistik: Das Unternehmen durchläuft eine grundlegende Transformation von einem klassischen Logistikanbieter, der Lieferungen von A nach B organisiert, zu einem Anbieter global integrierter logistischer Wertschöpfungsprozesse, etwa mit lückenlosen Kühlketten. Basis dafür ist auch eine durchgängige Software-Plattform. Das Unternehmen braucht jetzt Vertriebsmitarbeiter mit den richtigen Skills, um das komplexere Produktportfolio bzw. Softwarelösungen verkaufen zu können – und ein Vergütungssystem, das dazu wirkungsvoll motiviert.
Beispiel Sicherheitssysteme: Dieses Unternehmen kommt aus einem traditionellen transaktionalen Geschäft rund um Sicherheitssysteme für Berufsgruppen, die Gefahren durch Feuer oder Gas ausgesetzt sind. Mit einem neuen, strategisch wichtigen Start-up-Bereich für digitale Lösungen will das Unternehmen langfristig wachsen und sein Geschäft auf eine breitere Basis stellen. Dazu brauchen die Verkäufer neue Skills und ein neues Mindset. Darauf wird die Vertriebsvergütung zugeschnitten – mit der Herausforderung, ein Plattformmodell mit langfristigen Verträgen und regelmäßigen Umsätzen abzubilden, ohne zu wissen, wie schnell das Geschäft dann auch wirklich wächst.




